Portrait: Ein Leben für den Umweltschutz

Karriere bei Fraunhofer

Mehr Effizienz- weniger Schadstoffe: Mohammad Aleysa lebt und forscht für den Umweltschutz

Leider hat der Autor keine Bildbeschreibung angegeben.

Gerade wird Mohammad Aleysa mit Preisen überhäuft, zuletzt erhielt er den Publikumspreis im Rahmen des Empowering People Award der Siemens Stiftung. Zusammen mit seinem Team am Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) in Stuttgart und Partnern aus der Wirtschaft baut er emissionsarme Verbrennungsöfen.

Für Länder, in denen noch hauptsächlich über der offenen Feuerstelle gekocht wird, hat Mohammad Aleysa (38) den WAFFCO (Waste-Fuel Free Combustion) entwickelt. Das ist ein geschlossener Biomasse-Verbrennungsofen für den Haushalt, der hauptsächlich aus Ton und Eisen besteht. Er lässt sich mit landwirtschaftlichen und häuslichen Abfällen ebenso befeuern wie mit ausgedientem Verpackungsmaterial. Auf diese Weise löst er zwei Probleme auf einmal: Zum einen ersetzt er die rußenden und gefährlichen offenen Feuerstellen, und zum anderen sorgt er für eine umweltfreundliche Müllbeseitigung. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich allein vier Millionen Menschen durch die Luftverschmutzung infolge offener Feuerstellen im Haus. „Viele der Betroffenen wissen sogar, welcher Gefahr sie sich aussetzen.“ Mohammad Aleysa will nicht nur aufklären, sondern auch „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichen.

8e5615b9cfe898813fcf340c5c2b5ff2.jpg

 

Einfache Lösungen für alle

Der WAFFCO wurde so entwickelt, dass er auch vor Ort mit einheimischen Baumaterialien hergestellt werden kann. „Geräte so zu entwerfen, dass sie mit einfachen Mitteln gebaut werden können, ist manchmal noch schwieriger, als der Bau komplizierter Geräte,“ sagt Mohammad. Zwei Jahre haben er und sein Team an dem WAFFCO getüftelt und herausgekommen ist ein effizienter Ofen ohne technischen Schnickschnack.

Die Kochplatte besteht aus hitzeresistentem Metall und der Rest, inklusive Innenraum zum Backen, hauptsächlich aus Lehm. Der WAFFCO hat ein Ofenrohr und kann mit einem Wasserboiler kombiniert werden, der für heißes und keimfreies Wasser sorgt. Und damit die Schadstoffe nicht einfach durch das Ofenrohr nach draußen gepustet werden, hat Mohammad sogenannte Pall-Ringe verbaut, die für zusätzliche Oxidation der Rauchgase sorgen.

Getestet wird der Ofen bereits in Ghana. Dort organisiert Mohammad einwöchige Konstruktions- und Anwendungs-Workshops mit der Bevölkerung, so dass die Menschen den Ofen vor Ort eigenständig produzieren können. Mit einem Preis von 30 bis 40 Euro ist er auch für die einheimische Bevölkerung erschwinglich.

Gern hätte der Fraunhofer-Projektleiter seine Idee auch andernorts zum Einsatz gebracht. „Ich wollte die Öfen auch in Flüchtlingslagern in der Türkei oder im Libanon einsetzen“, sagt der gebürtige Syrer. Zwei seiner Geschwister leben in Flüchtlingslagern im Libanon und Mohammad unterstützt sie finanziell. Leider wollten die Verantwortlichen dort von seinem Ofen bisher nichts wissen.

Schockierende Müllberge

Was Mohammad Aleysa antreibt, ist nicht nur das Schicksal seiner Familie und seines Heimatlandes Syrien. Der Umweltschutz war immer schon sein Anliegen. „Mein Vater wollte, dass ich Arzt werde, aber das war nichts für mich.“ Von 1996 bis 2002 hat Mohammad an der Al Baath Universität im syrischen Homs Umwelttechnik studiert und dort seinen Master gemacht. Gegen Ende seines Studiums unternahm er mit einem Freund eine Urlaubs-Reise auf die Insel Aruad vor der Küste Syriens. Am Strand türmte sich der Müll einen halben Meter hoch. Überall lag Plastik. Für den Studenten war das ein einschneidendes Erlebnis in seinem Leben. Mehr denn je verspürte er die Notwendigkeit, sich für den Umweltschutz einzusetzen, und er tat dies mit seinem Mittel – der Wissenschaft.

Lesen Sie weiter unter:

https://www.mytalent-portal.de/portal/home/art.php?&showart=113373&gruppe=7&page=1&filter=Aleysa&sort-type=stamp&sort-order=DESC

Text: Gabriele Winter

Fotos: Fraunhofer IBP

 

Infos für Nachwuchswissenschaftler

Auf dem Fraunhofer-Portal https://www.mytalent-portal.de

erscheinen täglich spannende Tipps für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Zum Beispiel Artikel die einen Überblick über bestimmte Studiengänge bieten :

Ingenieur-Studiengänge: Wie man ein Problemlöser wird

„Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“, hat schon Daniel Düsentrieb gesagt, weltbekannter Vertreter der Ingenieure und Erfinder. Ingenieure gelten als die geistigen Väter technischer Systeme. Sie entwickeln Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen in der Mechanik, Elektronik und dem Bauwesen und gestalten die Welt von morgen. Was ihr als Ingenieur alles machen könnt und wie ihr euch im Dschungel der Möglichkeiten zurechtfindet.
Um was geht es in den Ingenieur-Studiengängen?

Dass sich Ingenieure durch Kreativität und Innovationsgeist auszeichnen, liegt schon im Wort selbst: Das lateinische Wort ingenium bedeutet nämlich „sinnreiche Erfindung“ oder „Scharfsinn.“ Ingenieure suchen effektive Lösungen für technische Probleme und das möglichst günstig.  Sie müssen schnell auf Veränderungen reagieren und brauchen neben Fachwissen oft auch Teamgeist sowie soziales und ökologisches Verantwortungsbewusstsein.

mehr unter https://www.mytalent-portal.de/portal/home/art.php?&showart=113485&gruppe=66&page=2&sort-type=stamp&sort-order=DESC

 

Frust im Jobcenter

Immer mehr Beschäftigte, kaum noch Probleme auf dem Arbeitsmarkt – so scheint es. Doch die Realität in den Jobcentern sieht anders aus. Zu wenig Beschäftigte, tausende nur in befristeten Verträgen, selbst von Arbeitslosigkeit bedroht. Dem gegenüber gut sechs Millionen Bezieher von Hartz IV, viele davon Langzeitarbeitslose, erhalten immer weniger sinnvolle Weiterbildungen. Stattdessen stiegen die Sanktionen gegen Erwerbslose 2012 auf Rekordniveau. Frontal21 hat mit Arbeitsvermittlern und Erwerbslosen gesprochen und zeigt die Situation in den Jobcentern.

Knochenjob Mutter

Wenn Frauen sich entschließen, Kinder zu bekommen, wissen sie oft noch nicht, welche körperlichen und seelischen Belastungen auf sie zukommen können. Nicht selten, landen sie mit einem Bandscheibenvorfall oder einem Burnout in der Klinik. Eine Mutter-Kind-Kur kann da für viele Frauen eine willkommene Auszeit sein, um den Knochenjob Mutter weiterhin zu meistern.

Tiergestützte Therapie

BISS-Magazin September 2016

Therapeut auf vier Beinen – Tiergestützte Therapie

Ramses trabt nicht. Gefühlte zehnmal hat er meinen Befehl „Tirapp“ geflissentlich ignoriert. Ich probiere es mal mit der Anweisung „Pommes frites“. Bei Martin Pröttel, der mit pferdgestützter Therapie arbeitet, hat das funktioniert. Er hat mir erklärt, dass es nicht so sehr darauf ankommt, was man sagt, sondern welche Entschlossenheit man reinlegt. Etwas verkrampft stehe ich in der Reithalle eines Vaterstettener Pferdehofes, in der linken Hand die Longe, an deren Ende Ramses gemütlich im Kreis geht. In der anderen Hand eine Longierpeitsche, die aussieht wie ein etwas dickerer Faden an einem Stäbchen. „Die ist nur symbolisch“, denke ich und bewege kräftig meinen rechten Arm. Es schnalzt, Ramses und ich erschrecken beide. Doch nicht nur symbolisch! „Oje, hab ich ihn jetzt getroffen?!“ Schlechtes Gewissen macht sich schlagartig breit. Martin Pröttel beruhigt mich: „Das ist schon in Ordnung. Nehmen Sie den Druck raus und konzentrieren Sie sich.“ Ich versuche mich zu sammeln, kündige Ramses an, dass es nach einer halben Runde losgeht mit traben. Noch mal „Tirapp“! Und tatsächlich, er trabt.

Selbstwirksamkeit ist eine der Kompetenzen, die Martin Pröttel seinen Patienten in der tiergestützten Therapie vermitteln will. Und dafür sind Pferde seiner Meinung nach ideal, denn sie „lieben es, die Verantwortung für ihr Pferdeleben abzugeben“. Allerdings müssen sich diejenigen auch als würdig erweisen. Das heißt im konkreten Fall, erst muss ich eine Beziehung zum Pferd aufbauen. Dann muss ich mir über mein Ziel klarwerden und dem Pferd durch Körpersprache und Stimme vermitteln, was ich will. Was bei mir und so manchem Manager mit Führungsdefiziten funktioniert, vermittelt Martin Pröttel auch Menschen mit schwerwiegenderen Problemen. Viele seiner Patienten leiden an Depressionen, Essstörungen oder Traumata durch Einsätze in Kriegsgebieten. Oft haben sie den Boden unter den Füßen verloren. Mit Hilfe von Ramses lernen sie, die Zügel für ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.

Continue reading „Tiergestützte Therapie“

Firma sucht Fachkräfte!

In Deutschland werden in vielen Branchen Fachkräfte gebraucht. Es gibt sie auch, nur nicht unbedingt mit einem deutschen Zeugnis in der Tasche:

Firma sucht!

Deutschland sucht Fachkräfte, Ingenieure, Krankenpfleger, Erzieherinnen. Es gibt sie auch, nur haben sie ihren Abschluss oft nicht hierzulande gemacht und schlagen sich jahrelang mit der Anerkennung ihrer Zeugnisse herum. „Firma sucht!“ lief auf ZDFinfo

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku

 

Wutmütter – von der Politik allein gelassen

Der Magazinbeitrag „Wutmütter“ wurde am 16.8.2011 bei Frontal 21 gesendet. Es geht um die mangelhafte Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland. Der Beitrag hat 2012 den Juliane-Bartel-Preis gewonnen.

https://www.ms.niedersachsen.de/themen/gleichberechtigung_frauen/frauen_medien/juliane_bartel_medienpreis/2012/juliane-bartel-medienpreis-2012-109765.html

 

Fraunhofer-Forschung zu erdbebensicheren Gebäuden

Erdbebensichere Gebäude 

Indonesien, Neuseeland, Italien – das sind nur drei Länder in denen in den vergangenen Monaten die Erde gebebt hat. Eigentlich bebt die Erde ständig irgendwo. Mehr als zwei Milliarden Menschen leben in erdbebengefährdeten Gebieten. Viele von ihnen bewohnen Gebäude, die alles andere als erdbebensicher sind – und bezahlen dafür nicht selten mit ihrem Leben. Dabei gäbe es Materialien und Bauweisen, die Tausende Leben schützen könnten.

Continue reading „Fraunhofer-Forschung zu erdbebensicheren Gebäuden“