Eine Hand stärkt die andere

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Gewerbetreibende in der Ludwigsvorstadt

Birgit Kroner könnte täglich die Wände hochgehen. In ihrer Physiotherapie-Praxis in der Gollierstraße 47 hat sie nämlich eine Kletterwand. An der zeigt sie ihren Patienten, wie Klettern Rücken und Glieder stärkt. Viele Bewohner im Westend und Büroangestellte von der Schwanthaler Höhe kommen in ihre Praxis. „Meine Klienten sind ein Querschnitt durch die Bevölkerung“, stellt Kroner fest und betont, dass es nicht immer nur die Bewegungsmuffel sind, denen irgendwann etwas weh tut, sondern auch die überambitionierten Sportler: „Die fangen nicht mit Walking an, sondern gleich mit Triathlon“. Eine weitere Gruppe, sind Leute wie Silvio Weindinger. Der Metzger hat seinen Laden ein paar Meter von der Physiopraxis entfernt. Silvio Weindinger hat einen anstrengenden Job. Deshalb war er auch schon auf der Liege von Physiotherapeutin Birgit Kroner. Frühmorgens muss er zum Schlachthof. Dort kauft er vor allem Fleisch für seinen kleinen Eckladen, den er seit 20 Jahren gemeinsam mit seiner Frau betreibt. Die beiden stammen aus Thüringen und haben die Metzgerei von einer Tante übernommen. Würste, Leberkäs und Salate für den Imbiss machen sie weitgehend selbst. An Kundschaft – vor allem aus der Genossenschaft und den umliegenden Straßen – mangelt es ihnen nicht. „In diesem Sommer gingen vor allem die eingelegten Steaks sehr gut weg“, schwärmt Silvio Weindinger.

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Mareike Leimeisters Schwimmende Riesen

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Mareike Leimeister betreut Offshore-Windanlagen
Mareike Leimeister
Ihre Leidenschaft ist über 100 Meter lang und wiegt so viel wie 250 Elefanten. Was fasziniert Sie so an Windanlagen?

Windparks in Nord- und Ostsee werden in Zukunft eine noch größere Rolle als Energielieferant in Deutschland spielen. Bis 2030 sollen sich Offshore-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Gigawatt vor den Küsten Deutschlands drehen. Damit können bis zu 15 Millionen Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. Das zu ermöglichen begeistert mich.

Wann entdeckten Sie Ihr Interesse an den erneuerbaren Energien?

Im Grunde schon in der Schulzeit. Obwohl meine Interessen breit gefächert sind und ich auch viel musiziere und Sport treibe, zog es mich besonders zur Mathematik hin. Ich nahm an diversen Mathe-Wettbewerben teil, weil ich einfach das mathematische Denken und die Kreativität sehr mochte. Dann kam ich bei der Fraunhofer-Talent-School mit Themen wie Energiegewinnung und erneuerbaren Energien in Berührung und legte damit den Grundstein für meine weitere Laufbahn.

Was gab den Ausschlag für Ihre Entscheidung, den Bachelor im Fach Erneuerbare Energien an der Universität Stuttgart machen?

Bei der Studienwahl sollte man auf seine Interessen schauen und nicht darauf, was man verdienen kann oder wo die besten Karrierechancen liegen. Schon während des Bachelor-Studiums hatte ich das Bedürfnis, die unterschiedlichen Energieformen tiefer kennen zu lernen und habe mich schließlich auf Kinetische Energiesysteme spezialisiert. Außerdem habe ich einen Ausflug in die Bionik gemacht. Diese Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik. Ein bekanntes Beispiel aus der Geschichte ist Leonardo da Vincis Idee, den Vogelflug auf Flugmaschinen zu übertragen. Erkenntnisse aus der Natur lassen sich auch gut auf Windanlagen übertragen.

Mussten Sie auch mal Rückschläge hinnehmen?

Natürlich. Die Betreuung meiner Bachelor-Arbeit lief nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Und einige Firmen, mit denen ich mir eine Masterarbeit hätte vorstellen können, reagierten nur verhalten – das war zunächst schon enttäuschend. Deshalb war ich froh, dass es für meine Masterarbeit schließlich zu einer Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Bremerhaven kam – was am Ende wunderbar klappte.

Für Ihren European Wind Energy Master in Wind-Energie und Offshore-Engineering kamen Sie ziemlich viel rum …

Genau, das Programm führte mich zu Universitäten in Holland, Norwegen und Dänemark. Die Vorlesungen fanden auf Englisch statt, auch meine Masterarbeit schrieb ich auf Englisch. An jeder der Unis konnte ich die besten Kurse besuchen, alles war gut aufeinander abgestimmt. Diese internationale Erfahrung finde ich unbezahlbar. So konnte ich an jeder Uni Kontakte zu Professoren und Kommilitonen knüpfen, auf die ich heute immer wieder zurückgreife.

Woran forschen Sie aktuell am Fraunhofer IWES?

Zum einen an hydrodynamischen Effekten auf große Monopiles (das sind einzelne runde Stahlpfähle, die beim Bau von Offshore-Bauwerken zum Einsatz kommen), zum anderen an der Modellierung beziehungsweise Simulation von schwimmenden Offshore-Windkraft-Anlagen. Als nächstes werde ich im Rahmen eines anderen Projektes auch eine Studie zur Wirkungsgradoptimierung von Windfarmen durchführen. Für meine Promotion untersuche ich zudem noch die schwimmende Substruktur für Windkraftanlagen und wie sich deren Zuverlässigkeit optimieren lässt. Denn bei schwimmenden Offshore-Anlagen hat man immer ein Problem, wenn ein Fehler auftritt, weil man zur Wartung rausfahren muss. Dabei verliert man viel Zeit und Geld. Trotzdem lohnen sich die Windkraftanlagen vor der Küste mehr als Windräder an Land, weil die Windgeschwindigkeit und dadurch auch die Stromerzeugung höher sind.

Zu welchen Schlüssen kommen Sie in Ihrer Doktorarbeit, wie lässt sich die Zuverlässigkeit der Anlagen erhöhen?

Zentral ist hier das Schaffen von Redundanzen. Das heißt das Einbauen verschiedener Mechanismen, die die gleiche Funktion oder eine ähnliche erfüllen. So kann beim Ausfall des einen sofort ein anderer übernehmen. Dadurch hat man größere Zeitfenster, in denen man Reparaturen durchführen kann. Aber ich stehe noch ziemlich am Anfang meiner Doktorarbeit und werde vermutlich drei Jahre dafür benötigen.

Wann kommen Sie zum Schreiben, wo Sie doch jetzt wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer IWES sind?

Ich habe hier eine Teilzeitstelle. Für meine Promotion besuche ich auch Kurse an der Cranfield University in England und splitte meine Zeit. Das geht mit dem Fraunhofer IWES – dort ist man flexibel, das konnte ich ja schon bei meiner Masterarbeit sehen.

Finden Sie dabei nach wie vor Zeit zum Musizieren und Sporttreiben?

Natürlich bin ich nicht mehr so vielschichtig unterwegs wie in meiner Schulzeit. Aber ich spiele Klavier und Saxophon und tobe mich beim Karate, Tanzen und Radfahren aus.

Welche beruflichen Herausforderungen meistern Sie gerade noch?

Ich habe jetzt eine Projektleitung übernommen und soll auch in der nächsten Zeit selbst einen Projektantrag schreiben. Das wird eine neue Erfahrung für mich.

Und wo sehen Sie sich in Zukunft?

Weiter in der Forschung, sei es bei Fraunhofer oder bei einem Unternehmen mit eigener Forschungsabteilung. Windkraftanlagen selbst zu vertreiben, wäre jetzt nicht so mein Ding. Ich will auf jeden Fall gefordert werden und über einem Problem brüten.

Aber es soll etwas mit Windanlagen zu tun haben?

Natürlich. Die könnte man noch um Hybridkonstruktionen erweitern, zum Beispiel Wind und Wellen oder Wind und Gezeiten … ich habe da ein paar Ideen.

Text: Gabriele Winter

Pyrolyse-Praktikum: Hightech-Metalle aus Elektroschrott

Fraunhofer myTalent.de: Tipps & Tricks

Leider hat der Autor keine Bildbeschreibung angegeben.

Was wird aus einem Föhn, der nicht mehr bläst? Im besten Fall landet er in einem neuartigen Reaktor in der Oberpfalz. Der gehört dem dort ansässigen Teil des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg und ist in der Lage, aus alten Elektrogeräten wertvolle Teile herauszulösen. Ihr wollt wissen wie? Bewerbt euch für ein Praktikum dort!

Um was geht es?

Das Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg entwickelt Energiespeicher, Abfall- und Rohstoffkonzepte. Dort könnt ihr in verschiedenen Projekten mitarbeiten: zum Beispiel im Projekt „gagendta+“, bei dem ein Reaktor Metalle wie Gold, Silber oder Kupfer aus Elektromüll herauslöst. Jonathan Aigner betreut das Projekt und findet den Pyrolyse-Reaktor vor allem geeignet für mittelständische Unternehmen, denn „er kann 70 Kilo Elektronikschrott in der Stunde verarbeiten“. In einem weiteren Projekt „kunstwerk“ werden Kunststoffe und Metalle zu hochwertigen neuen Werkstoffen kombiniert.

Was könnt ihr dort als Praktikant*in noch machen?

In Sulzbach-Rosenberg führt ihr in der Abteilung Kreislaufwirtschaft Pyrolyse-Versuche mit diversen Fraktionen durch. Zum Beispiel bereitet ihr Elektronikschrott und Altfahrzeuge auf. Aus geschreddertem Elektroschrott werden bei der Pyrolyse leicht recycelbare Bestandteile. Konkret helft ihr dabei, Versuche vorzubereiten und durchzuführen. Anschließend wertet ihr die Messdaten aus und analysiert das Ergebnis.

Wer wird gesucht?

Vorzugsweise Studierende der Fachrichtungen Umweltingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder von etwas Vergleichbarem. In Excel und den anderen MS Office-Anwendungen solltet ihr fit sein. Außerdem solltet ihr gut selbstständig arbeiten können und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Idealerweise habt ihr bereits erste Erfahrungen in Aufbau und Betrieb von verfahrenstechnischen Anlagen vorzuweisen.

Was könnt ihr erwarten?

In Sulzbach-Rosenberg betreibt ihr angewandte Forschung, entwickelt innovative Technologien für öffentliche und industrielle Auftraggeber und setzt diese in marktfähige Produkte und Verfahren um. Zudem lernt ihr internationale Projekte in Kuwait, Tunesien oder im Iran kennen.

Was ist sonst noch wissenswert?

„Beim Fraunhofer UMSICHT arbeiten wir mit einem neuen Ansatz“, sagt Jonathan Aigner. „Die Pyrolyse ist ein technischer Prozess ohne Sauerstoff. Wir reduzieren im Reaktor bei einer Temperatur von 600 Grad den Anteil des Kunststoffs. Daraus wird zuletzt Öl und Gas, das energetisch verwertet werden kann, etwa in einem Blockheizkraftwerk.“

Weitere Infos bekommt ihr von:

M.Eng. Jonathan Aigner

Telefon: 09661 / 908-435

jonathan.aigner@umsicht.fraunhofer.de

http://www.umsicht-suro.fraunhofer.de

Bewerben könnt ihr euch unter:

https://recruiting.fraunhofer.de/Vacancies/35241/Description/1

Text: Gabriele Winter

Foto: Fraunhofer UMSICHT

Entlassen ins sich selbst überlassen

„Die Regularien für Kurzzeitpflege sind teilweise absurd,“ findet Brigitte S.

Von Gabriele Winter (BISS-Magazin Juni 2018)

„Da ist was gebrochen!“ Das ist Mariannes* erster Gedanke, als sie Anfang Januar mit ihren Krücken am Hauptbahnhof stürzt. Die gehbehinderte Frau ist 70 und lebt allein im Westen von München. In der Notaufnahme der Nussbaumklinik diagnostiziert man tatsächlich einen Armbruch – allerdings einen unkomplizierten. Deshalb wird sie mit einer Armschiene versehen und heimgeschickt. Der behandelnde Arzt antwortet auf ihre Aussage, sie sei zuhause ganz alleine und hätte niemand zur Versorgung, dies sei „die Notaufnahme und kein Sozialdienst“. Drei Wochen lang gelingt es ihr trotz regelmäßigen Anrufen bei Pflegediensten, Bezirkssozialarbeit, der behandelnden Ärztin und deren Sprechstundenhilfen nicht, professionelle pflegerische Hilfe zu erhalten. Der Pflegedienst bei ihr um die Ecke sagt, sie hätten keine Kapazitäten für eine Grundpflege in den kommenden Wochen. Marianne kann mit ihrer Verletzung nicht mehr selbst einkaufen, kochen oder sich waschen. Sie lebt von dem was Nachbarn ihr vorbeibringen und hat damit noch Glück – sie muss nur drei Wochen im gleichen Pullover rumsitzen. Denn viele Menschen werden nach einem immer kürzer werdenden Krankenhausaufenthalt entlassen und haben niemanden.

Seit Oktober 2017 sind Krankenhäuser verpflichtet, wenn nötig, für ihre Patienten eine Kurzzeit- oder Anschlusspflege zu organisieren – allerdings gilt das nicht für ambulant behandelte Patienten. Gleichzeitig müssen die Kliniken sicherstellen, dass die Patienten benötigte Medikamente mitbekommen und von Fachärzten weiterbehandelt werden. Bei der herrschenden Personalknappheit in den Krankenhäusern wird das allerdings oft „vergessen“. Gerade ältere Menschen wissen oft nicht, dass sie auf solche Dienstleistungen Anspruch hätten und selbst wenn die Krankenhäuser alles richtigmachen, findet sich nicht immer ein Kurzzeit-Pflegedienst.

Brigitte S. (67) zum Beispiel wurde im Schwabinger Krankenhaus zwar gefragt, ob sie allein lebe, aber Hoffnung auf professionelle Hilfe hat man ihr nicht gemacht: „Die Schwester sagte, es sei sowieso schwierig, Reha, Haushaltshilfe oder Pflege zu bekommen“, erinnert sich Brigitte. Den Sozialdienst des Schwabinger Krankenhauses bekam sie nicht zu Gesicht. Brigitte war im Dezember beim Joggen gestürzt und hatte sich die Schulter gebrochen. Nach der Operation hatte sie wochenlang immer wieder Schmerzen und konnte den Arm am Anfang kaum bewegen. Auch Brigitte war auf Hilfe beim Waschen und im Haushalt angewiesen. Allerdings ist sie sozial gut vernetzt und bat ihre Freundinnen um Unterstützung. Von ihrer Krankenkasse erfuhr sie dann, dass sie eine ihrer privaten Helferinnen mit 5,25 Euro pro Stunde entschädigen kann. Dafür brauchte sie aber erst eine Bestätigung des Arztes und musste ganz genau aufschlüsseln „wer, wann, wie lange da war“. Hinzu kam noch ein Eigenanteil von fünf Euro pro Tag. Am Schluss waren es 125 Euro, die die Krankenkasse übernahm. Streng genommen sind dabei allerdings pflegerische Leistungen – wozu auch das Waschen gehört – ausgenommen. Nur professionelle Pfleger dürfen solche Leistungen gegen Geld erbringen und bekämen dann auch einen höheren Stundensatz von der Krankenkasse. „Absurd“ findet Brigitte das. „Gerade beim Haarewaschen und Duschen brauchte ich am dringendsten Hilfe“, erzählt sie und fragt sich, wie Leute ohne ausreichende Deutschkenntnisse oder mit geistigen Einschränkungen diesen Wust an Formularen und Anträgen bewältigen.

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Hüterin des Lichts – oder wie man Kratzer im Lack findet

Karriere bei Fraunhofer

Als Kind wollte Petra Gospodnetic unbedingt Astronautin werden – „und wenn das nicht geht, Wissenschaftlerin“. Letzteres klappte. Seit knapp drei Jahren ist die 27jährige nun am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM und untersucht die Qualität von Oberflächen mithilfe von Licht. Sie entwickelt Algorithmen zur automatischen Oberflächen-Inspektion unter Zuhilfenahme eines Roboterarms, der sich um den Gegenstand dreht. Dadurch lassen sich alle Oberflächen, von der Autokarosserie bis zum Ledermantel, auf Schäden prüfen.

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Sabine Wronski im Kampf gegen Keime

Sabine Wronski

Wenn die nächste Grippewelle Deutschland im Griff hat, ist Sabine Wronskis Thema wieder in aller Munde. Die Humanbiologin (37) erforscht die Bekämpfung von Viren und multiresistenten Keimen. Seit Januar hat sie dabei sogar Unterstützung aus Australien.

Sie arbeiten maßgeblich mit an dem deutsch-australischen Projekt iCAIR. Worum geht es da?

Die Abkürzung iCAIR steht für International Consortium for Anti-Infective Research. Wir vom Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM arbeiten in diesem Projekt zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover und dem australischen Institute for Glycomics (IfG) an der Entwicklung neuer Medikamente gegen Infektionskrankheiten – insbesondere der Lunge.

Was genau ist Ihre Aufgabe dabei?

Die Australierinnen und Australier bringen ihre große Erfahrung ein, antivirale Moleküle zum Beispiel gegen Grippeviren zu entwickeln. Wir am Fraunhofer ITEM testen dann die Wirksamkeit dieser Moleküle, etwa mit einer Modell-Lunge in der Petrischale. Wir entwickeln hier neue innovative Modelle, die die Krankheit der Patientin oder des Patienten möglichst gut im Labor abbilden, und darin testen wir dann neue Substanzen. Mich fasziniert vor allem, dass wir die Brücke von der Grundlagenforschung bis hin zur Prüfung im Patienten darstellen.

 

Was haben Sie studiert und warum?

Biologie hat mich schon in meiner Schulzeit im Erzgebirge sehr interessiert. Nach dem Abitur entschloss ich mich, Humanbiologie mit Schwerpunkt Immunologie und Pharmakologie zu studieren und mich damit Richtung „Life Science“ zu orientieren. Den Studiengang boten damals nur Marburg und Greifswald an – ich entschied mich für die Ostsee. Ich dachte anfangs, hier könnte ich auch noch Segeln lernen – aber zu Ende gebracht habe ich den Segelkurs nicht. Die vielen Praktika fesseln einen die meiste Zeit ans Labor. Im Nachhinein war das gut so, denn dadurch bekam ich schon einen guten Einblick in die praktische Arbeit.

Sie empfehlen also künftigen Nachwuchs-Biologinnen auch Praktika?

Unbedingt. Nur so bekommt man eine klare Vorstellung, ob einem der jeweilige Bereich wirklich liegt, denn die Anforderungen der täglichen Arbeit unterscheiden sich am Ende sehr von dem was man an der Uni lernt.

Was fasziniert Sie an der angewandten Forschung?

Ich möchte, dass meine Forschung sichtbar wird, auch außerhalb der Labore. Nur an der Uni zu bleiben und ein Molekül zu erforschen, das wäre nicht mein Ding. Ich will wissen, was man mit den untersuchten Molekülen machen und wie man Patientinnen und Patienten damit helfen kann. Bei meinem Bewerbungsgespräch am Fraunhofer ITEM ging es um Neuroimmunologie, das Thema meiner Doktorarbeit. Ich war damals sehr beeindruckt, als ich von einem Kollegen 3D-Mikroskop-Videoaufnahmen sah. Die zeigten, wie Immunzellen an den Nerven sitzen und dort scheinbar interagieren. An Fraunhofer gefällt mir diese spezielle Mischung aus Forschung und Industrie.

Worum ging es in Ihrer Doktorarbeit?

Ich bin der Frage nachgegangen, wie diese Interaktion zwischen Immunzellen aussieht und welche Rolle dies im Asthma spielt. Das war durchaus eine Herausforderung, denn im Labor lief nicht alles rund: Ich hatte lange versucht, eine bestimmte Methode anzuwenden, um Zellen aus der Lunge zu isolieren. Nach zwei Jahren musste ich umschwenken, weil zwar die Methode an sich funktioniert hat, die Zellen für nachfolgende Untersuchungen aber schon zu sehr aktiviert waren. Dabei habe ich gelernt, dass man sich nicht verzetteln darf und einen Plan B braucht.

Wie kamen Sie von den Asthma-Erkrankungen zur Infektionsbiologie?

Asthma-Patientinnen und -Patienten, die eine Virusinfektion bekommen, entwickeln besonders starke Symptome. Ich untersuchte diese virusinduzierte Verschlimmerung des Asthmas und rückte daraufhin die Lungeninfektionen an sich in den Mittelpunkt meiner Arbeit. Denn diese sind in der Spanne von Viren bis Bakterien sehr vielfältig, betreffen Millionen von Menschen und sind durch die zunehmenden Resistenzen eine ernste Gesundheitsbedrohung.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus Australien?

Die Australierinnen und Australier haben beeindruckend viel Erfahrung damit, antivirale Medikamente zu entwickeln. Das Team dort hat auch schon ein antivirales Medikament entwickelt, das bereits auf dem Markt ist. Besonders an der Arbeitsweise des IfG ist, dass die Wissenschaftler/innen dort nicht einfach nur Wirkstoffbibliotheken screenen, sondern selbst Moleküle designen. Dadurch passen sie dann auch wirklich genau und sind aktiv.

Was sind die konkreten nächsten Schritte im Projekt iCAIR?

Die Substanzen werden aus Australien zu uns geschickt und dann am Fraunhofer ITEM ausprobiert. Die ersten Moleküle sind bereits angekommen, spätestens gegen Ende des Jahres rechnen wir mit Erfolgen. Dann können wir sagen, inwiefern das Molekül zum Beispiel die Virusvermehrung in unserem Testmodell der menschlichen Lunge unterdrückt. Gleichzeitig sehen wir, wie das Gewebe auf die Infektion antwortet. Das Ergebnis wird dann den australischen Kollegen rückgemeldet – ein iterativer Prozess, bei dem wir immer weiter optimieren. Und wer weiß, vielleicht kommen durch die Arbeit von iCAIR ein paar neue Medikament-Kandidat/innen gegen die nächste Grippewelle heraus.

Text: Gabriele Winter

Bild: Fraunhofer ITEM

http://www.komm-mach-mint.de/MINT-Life/MINT-Interviews/Naturwissenschaften/Sabine-W.2

 

„Setz´ dein Kopftuch auf, du Schlampe!“

Anna Maya

Interview mit Anna Maya, Sozialpädagogin vom Frauencafé in Nürnberg

Anna Maya ist Sozialpädagogin im Internationalen Frauencafé in Nürnberg. Sie unterstützt und berät seit 2008 Frauen aus Flüchtlingsunterkünften bei Asylanträgen und hilft bei Schwierigkeiten im Alltag

„Setz´ dein Kopftuch auf, du Schlampe!“

Viele Frauen fliehen aus den gleichen Gründen wie Männer aus ihrer Heimat, weil sie aus politischen oder rassistischen Gründen verfolgt werden. Aber bei Frauen gibt es sehr oft noch andere Gründe. Sexuelle Gewalt gegen sie oder weil sie als Frauen diskriminiert werden. Sie suchen Schutz in Europa und landen in Flüchtlingsunterkünften, in denen sie Gefahr laufen, erneut von Männern bedroht und belästigt zu werden.

Frau Maya, warum schaffen es nur so wenige Frauen nach Europa?

Zum einen liegt es daran, dass in den meisten Kulturen die Männer noch als Hauptversorger der Familie gelten und dann der junge, starke Mann losgeschickt wird und dafür das Geld von sämtlichen Familienangehörigen gesammelt wird. Der junge Mann muss es dann nach Europa schaffen, um die Familie daheim oder in einem Flüchtlingslager in Jordanien oder im Libanon zu versorgen. Oder manchmal heißt es von den verheirateten Männern: „ich geh vor und ihr kommt nach“.

Was erleben alleinstehende Frauen hier in Deutschland?

Kürzlich war eine Studentin aus dem Iran im Frauencafé, die ist als einzige Frau mit lauter fremden Männern untergebracht. Sie erzählte, dass sie offensiv angemacht und zum Sex aufgefordert wird, dass Männer an ihre Tür klopfen und sich einladen.

Kann sie sich an jemanden wenden?

Sie ist in einer dezentralen Unterkunft auf dem Land. Es gibt ja viele leerstehende Hotels, die als Asylbewerberunterkünfte vermietet werden und da ist dann oft auch niemand. Da schaut der Vermieter oder eine Sozialarbeiterin ab und zu vorbei, aber wenn sie belästigt werden, können die Frauen dort nur die Polizei rufen.

Warum werden alleinstehende Frauen so untergebracht?

Dass ist vielleicht ein krasses Beispiel. Meist schaut man bei der Zusammenlegung auf religiöse und ethnische Zusammenlegung, nicht auf das Geschlecht. Oft werden die Frauen auch von ihrer eigenen „community“ unter Druck gesetzt: Unter muslimischen Familien kam es vor, dass in der Unterkunft zum Beispiel eine Frau kein Kopftuch trug, obwohl sie Muslimin ist, und einige Männer das eben nicht in Ordnung fanden und sie immer wieder aufforderten, sich anständig anzuziehen oder auch den Ramadan einzuhalten. Sprüche wie „Setz dein Kopftuch auf, du Schlampe!“, sind keine Seltenheit.

Welche Frauen kommen zu Ihnen ins Frauencafé?

Frauen aus Syrien, Iran, Äthiopien und neuerdings auch aus der Ukraine. Die meisten kommen wegen des Asylverfahrens und brauchen Hilfe bei der Vorbereitung der Anhörung. Und es geht auch viel um psychosoziale Belastungen. Es sind halt auch schon viele traumatisiert, die brauchen eine Therapie.

Erzählen Ihnen die Frauen etwas über die Hintergründe ihrer Flucht?

Ja, einige schon. Gerade, weil sie es oft nicht schaffen, ihre Erlebnisse bei der Anhörung zu erzählen. Zum Beispiel, wenn der Ehemann bestimmte Dinge nicht weiß und auch nicht erfahren soll, z.B. dass es Gewalt gab von einem anderen Mann im Heimatland oder auch woanders. Das Asylverfahren läuft ja in der Regel zusammen mit dem Ehemann, auch wenn die Anhörung einzeln stattfindet. Aber es werden dann Briefe verschickt, in denen die Berichte noch mal drin stehen und die kann der Ehemann dann einsehen.

Warum ist das so schlimm?

Das ist ja oft mit der ganzen Ehrenthematik belastet. Der Mann verliert ja auch seine Ehre, wenn sich jemand an seiner Frau vergangen hat. Oder wenn der Mann hauptsächlich der politisch aktive war, aber die Frau dadurch das Opfer wurde und sie nicht will, dass er es erfährt, weil er sich sonst große Vorwürfe machen würde.

Und was hindert alleinstehende Frauen daran, ihre Geschichte zu erzählen?

Manche erzählen es einfach nicht, weil sie nicht gefragt wurden oder die Zeit nicht reichte oder sie den Dolmetschern, die zum Teil aus dem Heimatland sind, nicht vertrauen. Sie haben Angst, dass die Dolmetscher, es in der „Community“ weitertratschen, was zwar meines Wissens nach nicht vorkommt, aber die Angst ist da. Und manchmal haben sie auch Angst, weil der Dolmetscher oder der Anhörer ein Mann ist.

Woher kommt diese Angst vor Männern?

Viele Frauen erzählen von Vergewaltigungen in den Gefängnissen ihrer Heimatländer oder auf der Flucht.

Wird diese Angst durch eine Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften verstärkt?

Zum einen ist da die Schutzlosigkeit, der Frauen ausgesetzt sind. Weil es eben nicht einzelne abgeschlossene Wohnungen sind und daraus viele für die Frauen unangenehme Situationen resultieren. Erst mal, dass es überhaupt auffällt, dass man alleine ist. Und dass man gezwungen ist, alle Anlagen gemeinsam zu benutzen und dabei zwangsläufig immer wieder auf Männer trifft. Und, dass man vor allem gezwungen ist, so lange dort zu bleiben.

Scheitert eine dezentrale Unterbringung nicht an der Wohnungsnot?

Ja schon, aber es wäre sehr wohl möglich, gerade alleinstehende Frauen woanders unterzubringen. Nach den anderen Merkmalen, wie Religion und Herkunft wird bei der Zusammenlegung ja auch gekuckt. Es wäre möglich, wenn der Wille da wäre. Es kamen von den Behörden auch schon so Gegenargumente, es wäre ja viel sauberer, wenn Frauen auch mit in den Unterkünften sind!

Wie kann man die Frauen besser schützen?

Die Lagerpflicht muss abgeschafft werden.  Es kann nicht angehen, dass die Frauen gerade in Bayern verpflichtet sind über Jahre in den Sammelunterkünften zu leben und dass es so wahnsinnig schwierig ist, dort auszuziehen. Zum Beispiel hätte die Iranerin, von der ich gesprochen habe, einen Platz in einem Studentenwohnheim in Erlangen, denn sie möchte weiter studieren. Aber der Landkreis weigert sich mit der Begründung, man darf erst nach vier Jahren ausziehen, was so aber nicht stimmt. Es gibt Ausnahmegründe wie Krankheit, oder wenn man genug verdient, oder man in einer Mischbeziehung steht mit jemandem, der einen Aufenthalt hat. Studium wäre jetzt kein klassischer Grund, aber man muss doch berücksichtigen, was auf Dauer Sinn macht.

Schrauben, die zum Körper passen

Schraubnagel
Fraunhofer.de

Zu Beginn der Skisaison herrscht in der Regel Hochbetrieb in den alpenländischen Unfallkliniken. Einige Patienten haben danach ziemlich viel Metall im Körper. Denn gerade komplizierte Knochenbrüche werden meist mit Schrauben und Platten aus Titan oder Stahl fixiert. Später müssen sie in einer weiteren Operation entfernt werden. Das ist aufwendig und belastend für die Patienten.

Bleiben die Schrauben im Körper, lösen sie bei empfindlichen Menschen Entzündungen oder Allergien aus. Diese Beschwerden könnten bald Geschichte sein: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM haben gemeinsam mit Partnern der Uni-Kliniken Gießen-Marburg und Bonn, sowie der Universität Bremen einen biokeramischen Schraubnagel entwickelt. Der sogenannte „Schragel“ besteht aus Calciumphosphat, das im Wesentlichen der Zusammensetzung der Knochensubstanz entspricht.

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Go West!

Freihamer Aussichtsturm

Dialog 2016 – WGMW-Vertreter-Fahrt ‘Wohnraummehrung’
Titelthema
Wohnraummehrung – unter diesem Motto steht die WGMW­Vertreter­Fahrt 2016. An einem kühlen aber sonnigen Samstag im Februar geht es diesmal mit dem Bus Richtung Westen. Die ca. 60 Vertreter, Vorstände und Aufsichtsräte wollen Möglichkeiten für neue Wohnräume erkunden, denn auf den Wartelisten der WGMW stehen schon über 1000 Leute, und die sollen – wenn möglich – irgendwann eine Wohnung bekommen….

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Odyssee des Grauens – Frauen auf der Flucht

Zwischen 45 und  56 Millionen Menschen sind nach Schätzungen von Amnesty International und dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR derzeit auf der Flucht. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Frauen und Mädchen. Sie sind aus Ländern wie Syrien, Somalia und Afghanistan und fliehen vor Krieg, Gewalt, religiöser und rassistischer Verfolgung. Aber auch aus frauenspezifischen Fluchtgründen wie Vergewaltigung, Gewalt in der Familie, Zwangsehe oder Genitalverstümmelung. Nur die wenigsten von ihnen kommenn Europa an. 75 % der Flüchtlinge in Europa sind Männer. Ihre Familien kratzen für sie alles Geld zusammen, um Schlepper für die Überfahrt nach Europa zu bezahlen. Für die Frauen und Kinder ist meist kein Geld mehr übrig. Sie schaffen es nur in die Flüchtlingslager von Nachbarländern wie Jordanien, Türkei und Libanon, wo ihnen aufs Neue Vergewaltigungen und Hunger drohen, denn dort fehlt ihnen oft der Schutz von Ehemännern, Vätern oder Brüdern und sie werden noch leichter zu sexueller Beute. Erreichen Frauen dennoch die Festung Europa, bedeutet es nicht, dass sie dadurch sicher sind. In Gemeinschaftsunterkünften sind vor allem alleinstehende Frauen erneut verschiedensten Belästigungen ausgesetzt.

Drei Geschichten von Frauen, die auf der Flucht waren – und zum Teil immer noch sind.

Roya Hassan Abadi, aus dem Iran

Roya Hassan Abadi

„Ich hatte nie vor, zu fliehen“

„Ich hatte im Iran ein gutes Leben. Ich habe im Gymnasium als Physiklehrerin gearbeitet, das hat mir großen Spaß gemacht. Außerdem war ich verheiratet und hatte einen dreijährigen Sohn. Ich hatte nie vor, aus dem Iran zu fliehen. 2009 bin ich nach Deutschland geflogen, um meinen Bruder zu besuchen, als Touristin, nicht als Flüchtling. Mein Bruder war politisch aktiv und hatte den Iran schon vor langer Zeit verlassen. Ich hatte ihn 15 Jahre nicht gesehen, denn im Iran ist es nicht so einfach, ein Visum zu bekommen. Bei meinem Bruder in Augsburg, habe ich jeden Tag zuhause angerufen, doch plötzlich habe ich meinen Mann nicht mehr erreicht und mir große Sorgen gemacht. Ich habe die Nachbarn und seine Arbeitskollegen angerufen. Aber keiner wusste etwas. Erst meine Eltern sagten mir, dass mein Mann verhaftet worden ist und mein Sohn jetzt bei ihnen ist. Unsere Wohnung war durchsucht worden und die Computer hatten sie mitgenommen. Meine Eltern waren sehr wütend auf mich und haben mir vorgeworfen, alle ins Unglück gestürzt zu haben, weil ich immer alles hinterfragen musste. Ich hatte mit meinen älteren Schülerinnen über die Widersprüche zwischen Religion und Wissenschaft gesprochen, über Frauenrechte und wir haben auch Bücher von verbotenen iranischen Wissenschaftlern gelesen. Ein Freund hatte mir per email Kopien davon aus dem Ausland geschickt. Inzwischen tut es mir total leid, dass ich meine Schülerinnen so in Gefahr gebracht habe. Mein Mann war dreieinhalb Monate im Gefängnis, obwohl er überhaupt nichts von meinen Aktivitäten wusste. Er hat sich weder für Politik noch für Religion interessiert. Als er dann entlassen wurde, hat er unseren Sohn zu seinen Eltern gebracht und mir verboten mit ihm zu telefonieren. Bald darauf hat er sich dann auch von mir scheiden lassen. Wenn Männer sich im Iran von ihren Frauen scheiden lassen wollen, geht das sehr schnell. Umgekehrt ist das nicht so einfach. Die Kinder dürfen in der Regel nach einer Scheidung beim Mann bleiben und werden nur dann der Frau zugesprochen, wenn der Vater drogensüchtig, gewalttätig oder so etwas in der Richtung ist. In Deutschland habe ich gleich, als ich damals von seiner Verhaftung erfuhr, einen Anwalt eingeschaltet. Der fand heraus, dass gegen mich ein Haftbefehl vorliegt, weil ich gegen islamisches Recht verstoßen habe. Im Iran darf man weder Gott noch den Koran infrage stellen, sonst kann es passieren, dass man für lange im Gefängnis landet, manchmal droht einem sogar die Todesstrafe. Ich habe dann hier Asyl beantragt und war im Erstaufnahmelager Zirndorf. Mein Asylantrag wurde schließlich anerkannt und ich konnte hier noch einmal Physik studieren, denn mit meinem Uni-Abschluss aus dem Iran durfte ich hier nicht als Physiklehrerin arbeiten. Dieses Jahr mache ich meinen Master und überlege, danach zu promovieren. Seit kurzem kann ich auch wieder mit meinem Sohn telefonieren, denn mein Ex-Mann hat mir allmählich „verziehen“.

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