Schrauben, die zum Körper passen

Schraubnagel
Fraunhofer.de

Zu Beginn der Skisaison herrscht in der Regel Hochbetrieb in den alpenländischen Unfallkliniken. Einige Patienten haben danach ziemlich viel Metall im Körper. Denn gerade komplizierte Knochenbrüche werden meist mit Schrauben und Platten aus Titan oder Stahl fixiert. Später müssen sie in einer weiteren Operation entfernt werden. Das ist aufwendig und belastend für die Patienten.

Bleiben die Schrauben im Körper, lösen sie bei empfindlichen Menschen Entzündungen oder Allergien aus. Diese Beschwerden könnten bald Geschichte sein: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM haben gemeinsam mit Partnern der Uni-Kliniken Gießen-Marburg und Bonn, sowie der Universität Bremen einen biokeramischen Schraubnagel entwickelt. Der sogenannte „Schragel“ besteht aus Calciumphosphat, das im Wesentlichen der Zusammensetzung der Knochensubstanz entspricht.

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Eine Frau auf der Walz

Theresa Amrehn ist auf der Durchreise. „Das bin ich immer,“ sagt die junge, schmale Frau und lacht. Beim Kaffee im Müllerschen Volksbad-Café erzählt sie von ihren dreieinhalb Jahren auf Wanderschaft als Kirchenmalergesellin. Vieles hat sie in der Zeit als Frau auf der Walz erlebt, und aufgeschrieben. Inzwischen ist sie in Bonn sesshaft geworden und besucht in München ihre Freundin Birgit, eine Schneiderin, die sie bei der Tippelei, wie man die Walz auch nennt, kennengelernt hat.

Zum Stadtbild gehören Gesellinnen auf der Walz noch nicht gerade, aber langsam werden es auch wieder mehr Frauen, die diese jahrhundertealte Tradition ausüben. Seit dem Spätmittelalter wurden junge Handwerker auf die Walz geschickt um neue Fertigkeiten und Kulturen kennenzulernen. Erst danach durften sie in ihrem Fach die Meisterprüfung ablegen. Durch die Kriegswirren des 20. Jahrhunderts und veränderte Handwerksregeln geriet diese Tradition vor allem bei den Frauen in Vergessenheit. Mittlerweile sind in Deutschland immerhin 10 Prozent der knapp 500 Gesell/innen auf Wanderschaft weiblich – Tendenz steigend. Allerdings gibt es hierzulande nur zwei Schächte, das sind Vereinigungen von verschiedenen Handwerkern auf der Walz, die Frauen aufnehmen. Deswegen sind die meisten Gesellinnen sogenannte Freireisende, wie Theresa Amrehn eine war.

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Tiergestützte Therapie

BISS-Magazin September 2016

Therapeut auf vier Beinen – Tiergestützte Therapie

Ramses trabt nicht. Gefühlte zehnmal hat er meinen Befehl „Tirapp“ geflissentlich ignoriert. Ich probiere es mal mit der Anweisung „Pommes frites“. Bei Martin Pröttel, der mit pferdgestützter Therapie arbeitet, hat das funktioniert. Er hat mir erklärt, dass es nicht so sehr darauf ankommt, was man sagt, sondern welche Entschlossenheit man reinlegt. Etwas verkrampft stehe ich in der Reithalle eines Vaterstettener Pferdehofes, in der linken Hand die Longe, an deren Ende Ramses gemütlich im Kreis geht. In der anderen Hand eine Longierpeitsche, die aussieht wie ein etwas dickerer Faden an einem Stäbchen. „Die ist nur symbolisch“, denke ich und bewege kräftig meinen rechten Arm. Es schnalzt, Ramses und ich erschrecken beide. Doch nicht nur symbolisch! „Oje, hab ich ihn jetzt getroffen?!“ Schlechtes Gewissen macht sich schlagartig breit. Martin Pröttel beruhigt mich: „Das ist schon in Ordnung. Nehmen Sie den Druck raus und konzentrieren Sie sich.“ Ich versuche mich zu sammeln, kündige Ramses an, dass es nach einer halben Runde losgeht mit traben. Noch mal „Tirapp“! Und tatsächlich, er trabt.

Selbstwirksamkeit ist eine der Kompetenzen, die Martin Pröttel seinen Patienten in der tiergestützten Therapie vermitteln will. Und dafür sind Pferde seiner Meinung nach ideal, denn sie „lieben es, die Verantwortung für ihr Pferdeleben abzugeben“. Allerdings müssen sich diejenigen auch als würdig erweisen. Das heißt im konkreten Fall, erst muss ich eine Beziehung zum Pferd aufbauen. Dann muss ich mir über mein Ziel klarwerden und dem Pferd durch Körpersprache und Stimme vermitteln, was ich will. Was bei mir und so manchem Manager mit Führungsdefiziten funktioniert, vermittelt Martin Pröttel auch Menschen mit schwerwiegenderen Problemen. Viele seiner Patienten leiden an Depressionen, Essstörungen oder Traumata durch Einsätze in Kriegsgebieten. Oft haben sie den Boden unter den Füßen verloren. Mit Hilfe von Ramses lernen sie, die Zügel für ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.

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Fraunhofer-Forschung zu erdbebensicheren Gebäuden

Erdbebensichere Gebäude 

Indonesien, Neuseeland, Italien – das sind nur drei Länder in denen in den vergangenen Monaten die Erde gebebt hat. Eigentlich bebt die Erde ständig irgendwo. Mehr als zwei Milliarden Menschen leben in erdbebengefährdeten Gebieten. Viele von ihnen bewohnen Gebäude, die alles andere als erdbebensicher sind – und bezahlen dafür nicht selten mit ihrem Leben. Dabei gäbe es Materialien und Bauweisen, die Tausende Leben schützen könnten.

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