Wie Kinder spielerisch Deutsch lernen

Mehr als ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren in Deutschland hat einen Migrationshintergrund.
In Städten wie München sind es sogar über 60 Prozent. Jedes vierte Kind spricht zu Hause kein Deutsch und hat auch im Umfeld wenig Gelegenheit dazu. In den Kindergärten und Schulen fehlt häufig das Personal für eine qualifizierte Sprachförderung, deshalb haben sich in den vergangenen 20 Jahren einige erfolgreiche Sprachlernprogramme für Kinder etabliert

Wenn Marina aus der Ukraine schwärmt: „Ich bin ganz verliebt in HIPPY“, meint sie keine langhaarigen Anhänger der Flower-Power-Bewegung, sondern das Sprachlernprogramm HIPPY (Home Interaction Program for Preschool Youngsters). Es wurde in den 60er-Jahren an der Hebrew University in Jerusalem entwickelt und wird weltweit bei der Frühförderung von Kindern mit Migrationserfahrung eingesetzt. Das Besondere an HIPPY ist, dass auch die Eltern mit ins Boot geholt
werden und spielerisch gemeinsam mit den Kindern tiefer in die
deutsche Sprache einsteigen. So trifft sich Marina an zwei Vormittagen im Monat mit etwa zwölf anderen Müttern – und manchmal auch Vätern – in Berg am Laim. Gemeinsam sprechen sie mit der Sozialpädagogin Beate Wiedmann über die „Hausaufgaben“ der kommenden Woche. Wiedmann ist in München eine HIPPYanerin der ersten Stunde und leitet das Gruppentreffen mit Unterstützung der Elterntrainerin Iman Ali. Heute geht es um das Thema Aussehen und Mobbing.

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Der letzte Umzug

Wenn im Alter die Kräfte schwinden, kann das Leben in der eigenen Wohnung gefährlich werden. Vielen Senioren fällt es jedoch schwer, ihre lieb gewonnenen Dinge und ihre Selbstständigkeit zurückzulassen und ins Pflegeheim zu ziehen. Wir haben mit Menschen in dieser Lebensphase gesprochen

Edeltraud Moser; Foto Olaf Unverzart

Plötzlich ging alles ganz schnell. Edeltraut Moser konnte nach einem schweren Sturz mit Kopfwunde, Oberschenkelhals- und Handgelenkbruch nicht mehr in ihre Wohnung zurückkehren. Noch im Krankenhaus kontaktierte man das Pflegezentrum Obersendling und brachte sie nach der Reha direkt dorthin. Frau Moser ist geschieden, lebte allein und konnte von Glück sagen, dass man sie überhaupt fand. Die Feuerwehr musste ihre Wohnungstür aufbrechen, da hatte sie schon stundenlang blutüberströmt auf dem Fußboden gelegen. Hätte Edeltraut Moser nicht zufällig an diesem Tag einen Arzttermin gehabt, zu dem die Tochter ihrer Cousine sie abholen wollte, hätte sie vielleicht nicht überlebt. Auch vor dem Sturz war es Frau Moser immer schwerer gefallen, sich zu versorgen. Nach drei Infarkten waren Hausarbeit und Einkaufen eine große Belastung für sie. Seit August lebt die 93-Jährige jetzt im Pflegezentrum der Inneren Mission in Obersendling – in einem Doppelzimmer. „Das ist schon eine Umstellung, wenn man über 40 Jahre allein gewohnt hat“, meint sie. Edeltraut Moser steht auf der Warteliste für ein Einzelzimmer. „Das wird sie auch bald bekommen“, versichert ihr Pflegeüberleiter Frank Salziger. Er kümmert sich um die Aufnahme der Patienten und kann nachvollziehen, dass verschiedene Charaktere nicht immer zusammenpassen. Nur musste man für Frau Moser sofort einen Platz finden, denn allein leben ging für sie nicht mehr. Während der Reha war eine gesetzliche Betreuerin für sie bestellt worden, die eine anschließende Unterbringung im Heim veranlasst hatte. Zwar ist Frau Moser völlig klar im Kopf und erzählt blumig aus ihrem Leben, nur fortbewegen kann sie sich ohne Rollator kaum noch. Früher ist sie „stundenlang an der Isar entlangspaziert“. Doch das schafft sie nicht mehr, obwohl der Fluss nicht weit entfernt liegt vom Pflegezentrum in der Baierbrunner Straße.

BACK TO THE ROOTS

Zufällig ist sie jetzt genau an den Ort zurückgekehrt, an dem sie 35 Jahre lang als kaufmännische Angestellte beschäftigt war. Das Pflegezentrum der Inneren Mission steht nämlich auf dem ehemaligen Siemensgelände. Vom Flurfenster aus kann sie das leer stehende Siemenshochhaus sehen und in Erinnerungen schwelgen. Sie erinnert sich an die vielfältigen Aufgaben, die sie im Konzern zu erledigen hatte, und berichtet von Betriebsausflügen und Firmenfeiern. Neben Sekretariat und Vorzimmer betreute sie ausländische Gäste – ganz ohne Englischkenntnisse. „Das bedaure ich sehr, dass ich so schlecht in Fremdsprachen bin, denn ich habe auch drei Neffen in England und Australien, die nur Englisch können, und mit denen kann ich mich gar nicht unterhalten.“ Eigene Kinder hat Edeltraut Moser nicht, aber manchmal besuchen sie die Cousinen und deren Kinder.

ERSATZFAMILIE

Frau Mosers Familie war vor allem Siemens. Von den wenigen Dingen, die sie aus ihrer Wohnung ins Heim mitnehmen konnte, spielen die Alben eine zentrale Rolle. Neben den Fotos und Glückwünschen von Kollegen finden sich dort auch Tuschezeichnungen vom Gelände. Man merkt, wie wichtig Edeltraut Moser ihr Beruf war und wie sehr sie aus den Erinnerungen Kraft zieht. Für sie waren es damals goldene Zeiten, was sich auch in ihrer Rente niederschlägt, denn ohne die Betriebsrente ließe sich ein Umzug in ein Einzelzimmer nicht so ohne Weiteres realisieren.

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Eine Hand stärkt die andere

https://www.wg-mw.de

Gewerbetreibende in der Ludwigsvorstadt

Birgit Kroner könnte täglich die Wände hochgehen. In ihrer Physiotherapie-Praxis in der Gollierstraße 47 hat sie nämlich eine Kletterwand. An der zeigt sie ihren Patienten, wie Klettern Rücken und Glieder stärkt. Viele Bewohner im Westend und Büroangestellte von der Schwanthaler Höhe kommen in ihre Praxis. „Meine Klienten sind ein Querschnitt durch die Bevölkerung“, stellt Kroner fest und betont, dass es nicht immer nur die Bewegungsmuffel sind, denen irgendwann etwas weh tut, sondern auch die überambitionierten Sportler: „Die fangen nicht mit Walking an, sondern gleich mit Triathlon“. Eine weitere Gruppe, sind Leute wie Silvio Weindinger. Der Metzger hat seinen Laden ein paar Meter von der Physiopraxis entfernt. Silvio Weindinger hat einen anstrengenden Job. Deshalb war er auch schon auf der Liege von Physiotherapeutin Birgit Kroner. Frühmorgens muss er zum Schlachthof. Dort kauft er vor allem Fleisch für seinen kleinen Eckladen, den er seit 20 Jahren gemeinsam mit seiner Frau betreibt. Die beiden stammen aus Thüringen und haben die Metzgerei von einer Tante übernommen. Würste, Leberkäs und Salate für den Imbiss machen sie weitgehend selbst. An Kundschaft – vor allem aus der Genossenschaft und den umliegenden Straßen – mangelt es ihnen nicht. „In diesem Sommer gingen vor allem die eingelegten Steaks sehr gut weg“, schwärmt Silvio Weindinger.

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Mareike Leimeisters Schwimmende Riesen

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Mareike Leimeister betreut Offshore-Windanlagen
Mareike Leimeister
Ihre Leidenschaft ist über 100 Meter lang und wiegt so viel wie 250 Elefanten. Was fasziniert Sie so an Windanlagen?

Windparks in Nord- und Ostsee werden in Zukunft eine noch größere Rolle als Energielieferant in Deutschland spielen. Bis 2030 sollen sich Offshore-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Gigawatt vor den Küsten Deutschlands drehen. Damit können bis zu 15 Millionen Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. Das zu ermöglichen begeistert mich.

Wann entdeckten Sie Ihr Interesse an den erneuerbaren Energien?

Im Grunde schon in der Schulzeit. Obwohl meine Interessen breit gefächert sind und ich auch viel musiziere und Sport treibe, zog es mich besonders zur Mathematik hin. Ich nahm an diversen Mathe-Wettbewerben teil, weil ich einfach das mathematische Denken und die Kreativität sehr mochte. Dann kam ich bei der Fraunhofer-Talent-School mit Themen wie Energiegewinnung und erneuerbaren Energien in Berührung und legte damit den Grundstein für meine weitere Laufbahn.

Was gab den Ausschlag für Ihre Entscheidung, den Bachelor im Fach Erneuerbare Energien an der Universität Stuttgart machen?

Bei der Studienwahl sollte man auf seine Interessen schauen und nicht darauf, was man verdienen kann oder wo die besten Karrierechancen liegen. Schon während des Bachelor-Studiums hatte ich das Bedürfnis, die unterschiedlichen Energieformen tiefer kennen zu lernen und habe mich schließlich auf Kinetische Energiesysteme spezialisiert. Außerdem habe ich einen Ausflug in die Bionik gemacht. Diese Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik. Ein bekanntes Beispiel aus der Geschichte ist Leonardo da Vincis Idee, den Vogelflug auf Flugmaschinen zu übertragen. Erkenntnisse aus der Natur lassen sich auch gut auf Windanlagen übertragen.

Mussten Sie auch mal Rückschläge hinnehmen?

Natürlich. Die Betreuung meiner Bachelor-Arbeit lief nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Und einige Firmen, mit denen ich mir eine Masterarbeit hätte vorstellen können, reagierten nur verhalten – das war zunächst schon enttäuschend. Deshalb war ich froh, dass es für meine Masterarbeit schließlich zu einer Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Bremerhaven kam – was am Ende wunderbar klappte.

Für Ihren European Wind Energy Master in Wind-Energie und Offshore-Engineering kamen Sie ziemlich viel rum …

Genau, das Programm führte mich zu Universitäten in Holland, Norwegen und Dänemark. Die Vorlesungen fanden auf Englisch statt, auch meine Masterarbeit schrieb ich auf Englisch. An jeder der Unis konnte ich die besten Kurse besuchen, alles war gut aufeinander abgestimmt. Diese internationale Erfahrung finde ich unbezahlbar. So konnte ich an jeder Uni Kontakte zu Professoren und Kommilitonen knüpfen, auf die ich heute immer wieder zurückgreife.

Woran forschen Sie aktuell am Fraunhofer IWES?

Zum einen an hydrodynamischen Effekten auf große Monopiles (das sind einzelne runde Stahlpfähle, die beim Bau von Offshore-Bauwerken zum Einsatz kommen), zum anderen an der Modellierung beziehungsweise Simulation von schwimmenden Offshore-Windkraft-Anlagen. Als nächstes werde ich im Rahmen eines anderen Projektes auch eine Studie zur Wirkungsgradoptimierung von Windfarmen durchführen. Für meine Promotion untersuche ich zudem noch die schwimmende Substruktur für Windkraftanlagen und wie sich deren Zuverlässigkeit optimieren lässt. Denn bei schwimmenden Offshore-Anlagen hat man immer ein Problem, wenn ein Fehler auftritt, weil man zur Wartung rausfahren muss. Dabei verliert man viel Zeit und Geld. Trotzdem lohnen sich die Windkraftanlagen vor der Küste mehr als Windräder an Land, weil die Windgeschwindigkeit und dadurch auch die Stromerzeugung höher sind.

Zu welchen Schlüssen kommen Sie in Ihrer Doktorarbeit, wie lässt sich die Zuverlässigkeit der Anlagen erhöhen?

Zentral ist hier das Schaffen von Redundanzen. Das heißt das Einbauen verschiedener Mechanismen, die die gleiche Funktion oder eine ähnliche erfüllen. So kann beim Ausfall des einen sofort ein anderer übernehmen. Dadurch hat man größere Zeitfenster, in denen man Reparaturen durchführen kann. Aber ich stehe noch ziemlich am Anfang meiner Doktorarbeit und werde vermutlich drei Jahre dafür benötigen.

Wann kommen Sie zum Schreiben, wo Sie doch jetzt wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer IWES sind?

Ich habe hier eine Teilzeitstelle. Für meine Promotion besuche ich auch Kurse an der Cranfield University in England und splitte meine Zeit. Das geht mit dem Fraunhofer IWES – dort ist man flexibel, das konnte ich ja schon bei meiner Masterarbeit sehen.

Finden Sie dabei nach wie vor Zeit zum Musizieren und Sporttreiben?

Natürlich bin ich nicht mehr so vielschichtig unterwegs wie in meiner Schulzeit. Aber ich spiele Klavier und Saxophon und tobe mich beim Karate, Tanzen und Radfahren aus.

Welche beruflichen Herausforderungen meistern Sie gerade noch?

Ich habe jetzt eine Projektleitung übernommen und soll auch in der nächsten Zeit selbst einen Projektantrag schreiben. Das wird eine neue Erfahrung für mich.

Und wo sehen Sie sich in Zukunft?

Weiter in der Forschung, sei es bei Fraunhofer oder bei einem Unternehmen mit eigener Forschungsabteilung. Windkraftanlagen selbst zu vertreiben, wäre jetzt nicht so mein Ding. Ich will auf jeden Fall gefordert werden und über einem Problem brüten.

Aber es soll etwas mit Windanlagen zu tun haben?

Natürlich. Die könnte man noch um Hybridkonstruktionen erweitern, zum Beispiel Wind und Wellen oder Wind und Gezeiten … ich habe da ein paar Ideen.

Text: Gabriele Winter

Pyrolyse-Praktikum: Hightech-Metalle aus Elektroschrott

Fraunhofer myTalent.de: Tipps & Tricks

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Was wird aus einem Föhn, der nicht mehr bläst? Im besten Fall landet er in einem neuartigen Reaktor in der Oberpfalz. Der gehört dem dort ansässigen Teil des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg und ist in der Lage, aus alten Elektrogeräten wertvolle Teile herauszulösen. Ihr wollt wissen wie? Bewerbt euch für ein Praktikum dort!

Um was geht es?

Das Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg entwickelt Energiespeicher, Abfall- und Rohstoffkonzepte. Dort könnt ihr in verschiedenen Projekten mitarbeiten: zum Beispiel im Projekt „gagendta+“, bei dem ein Reaktor Metalle wie Gold, Silber oder Kupfer aus Elektromüll herauslöst. Jonathan Aigner betreut das Projekt und findet den Pyrolyse-Reaktor vor allem geeignet für mittelständische Unternehmen, denn „er kann 70 Kilo Elektronikschrott in der Stunde verarbeiten“. In einem weiteren Projekt „kunstwerk“ werden Kunststoffe und Metalle zu hochwertigen neuen Werkstoffen kombiniert.

Was könnt ihr dort als Praktikant*in noch machen?

In Sulzbach-Rosenberg führt ihr in der Abteilung Kreislaufwirtschaft Pyrolyse-Versuche mit diversen Fraktionen durch. Zum Beispiel bereitet ihr Elektronikschrott und Altfahrzeuge auf. Aus geschreddertem Elektroschrott werden bei der Pyrolyse leicht recycelbare Bestandteile. Konkret helft ihr dabei, Versuche vorzubereiten und durchzuführen. Anschließend wertet ihr die Messdaten aus und analysiert das Ergebnis.

Wer wird gesucht?

Vorzugsweise Studierende der Fachrichtungen Umweltingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder von etwas Vergleichbarem. In Excel und den anderen MS Office-Anwendungen solltet ihr fit sein. Außerdem solltet ihr gut selbstständig arbeiten können und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Idealerweise habt ihr bereits erste Erfahrungen in Aufbau und Betrieb von verfahrenstechnischen Anlagen vorzuweisen.

Was könnt ihr erwarten?

In Sulzbach-Rosenberg betreibt ihr angewandte Forschung, entwickelt innovative Technologien für öffentliche und industrielle Auftraggeber und setzt diese in marktfähige Produkte und Verfahren um. Zudem lernt ihr internationale Projekte in Kuwait, Tunesien oder im Iran kennen.

Was ist sonst noch wissenswert?

„Beim Fraunhofer UMSICHT arbeiten wir mit einem neuen Ansatz“, sagt Jonathan Aigner. „Die Pyrolyse ist ein technischer Prozess ohne Sauerstoff. Wir reduzieren im Reaktor bei einer Temperatur von 600 Grad den Anteil des Kunststoffs. Daraus wird zuletzt Öl und Gas, das energetisch verwertet werden kann, etwa in einem Blockheizkraftwerk.“

Weitere Infos bekommt ihr von:

M.Eng. Jonathan Aigner

Telefon: 09661 / 908-435

jonathan.aigner@umsicht.fraunhofer.de

http://www.umsicht-suro.fraunhofer.de

Bewerben könnt ihr euch unter:

https://recruiting.fraunhofer.de/Vacancies/35241/Description/1

Text: Gabriele Winter

Foto: Fraunhofer UMSICHT

FiMS: Schon vor dem Abi Mathe studieren

MINT-Studiengänge

Leider hat der Autor keine Bildbeschreibung angegeben.

Ihr seid Cracks in Mathe und wollt mehr machen, als der Oberstufen-Lehrplan vorsieht? Mit reellen und komplexen Zahlen geht ihr ganz selbstverständlich um und algebraische Räume faszinieren euch? Euer Mathe-Lehrer findet auch, dass ihr an die Uni gehört? Dann bewerbt euch für das Fernstudium FiMS (Früheinstieg ins Mathematikstudium) an der Uni Kaiserslautern.

Für wen ist FiMS interessant?

Anna Lena Birkmeyer managt das Fernstudium Mathematik. Sie war selbst Teilnehmerin am Frühstudiengang, bevor sie ganz regulär an der Universität Kaiserslautern Mathematik studiert hat. „Ich wollte damals einfach mal schauen, wie so ein Mathematik-Studium ist – ich bin zwar gnadenlos durchgefallen, wusste dann aber trotzdem, dass ich Mathematik studieren will.“ Für Anna Lena Birkmeyer ist es immer wieder spannend zu hören, was andere zu FiMS bringt. Sie erzählt, dass einige Studierende ein Jahr im Fach Mathematik übersprungen und da ihr Abi schon haben, während sie es in anderen Fächern noch machen müssen. Aber auch wenn ihr beispielsweise gerade ein freiwilliges soziales Jahr macht und im Stoff bleiben wollt, eignet sich das FiMS für euch (besonders, weil es sich aus der Ferne machen lässt).

Wie könnt ihr euch anmelden?

Wenn ihr euch regulär einschreiben wollt und noch kein Abitur habt, braucht ihr zusätzlich zum letzten Zeugnis ein Schulgutachten und die Einwilligung eurer Eltern. Formulare für die Einschreibung findet ihr unter: http://fims.mathematik.uni-kl.de/anmeldung-zu-fims/anmeldung-mit-einschreibung/

Alternativ könnt ihr euch als Gasthörer anmelden, dann legt ihr keine Prüfungen ab. Das ist zwar etwas stressfreier und ihr bekommt bereits erste Eindrücke vom Mathematik-Studium, allerdings werden euch dabei keine Leistungen für ein weiteres Studium anerkannt. Beginnen könnt ihr zum Sommer- oder Wintersemester. Nach Kaiserslautern reist ihr nur für ein Kennenlern-Treffen und am Semesterende für die Abschlussklausur.

Wie funktioniert FiMS?

Über die Webseite von FiMS bekommt ihr die Übungsaufgaben und Skripte zur Verfügung gestellt. Ihr studiert parallel mit den festeingeschriebenen Studierenden der Uni Kaiserslautern und nutzt dieselben Materialien.

 

Im Selbststudium erarbeitet ihr euch das wöchentliche Skript und reicht die gelösten Übungsaufgaben ein. Wenn ihr Schwierigkeiten habt, hilft man euch gerne im Online-Forum oder telefonisch. „Wir versuchen, die Studierenden so viel wie möglich zu unterstützen,“ sagt Anna Lena Birkmeyer. Über die Plattform könnt ihr auch mit anderen Fernstudierenden diskutieren und euch austauschen. Die eingereichten Übungs-Aufgaben werden zügig korrigiert, mit Anmerkungen versehen und zum Herunterladen bereitgestellt. Wenn ihr die Haus-Übungen regelmäßig gut meistert, werdet ihr am Semesterende zur Prüfung zugelassen und könnt euch nach Bestehen der Klausur den Schein für ein reguläres Mathestudium anerkennen lassen. Das verkürzt euer Studium nicht nur an der TU Kaiserslautern, sondern bei allen Studiengängen, die Scheine in mathematischen Grundlagen erfordern.

Was steht auf dem Stundenplan?

Bei FiMS beschäftigt ihr euch vor allem mit den mathematischen Grundlagen. Die Vorlesungen „Grundlagen der Mathematik“ und „Algebraische Strukturen“ werden in jedem Semester angeboten. Im Sommersemester könnt ihr zusätzlich „Elementare Zahlentheorie“ absolvieren und im Wintersemester „Einführung in die Algebra“. Parallel zu FiMS gibt es in Kaiserslautern die Möglichkeit eines Früheinstiegs ins Physikstudium FiPS. Dort gelten ähnliche Regularien.

Je nachdem wie viel Zeit ihr habt, sucht ihr euch beispielsweise aus, ob ihr in „Grundlagen der Mathematik“ nur den Analysis-Teil oder Lineare Algebra oder beides macht. Bei Analysis steht die Differential- und Integralrechnung in einer Variablen im Mittelpunkt, im Teil zur linearen Algebra geht es um Vektorräume und lineare Abbildungen. Das meiste hattet ihr vermutlich schon in der Oberstufe. Aber falls nicht, keine Sorge, alles wird von Grund auf aufgebaut.

Was ihr vermutlich nicht von der Schule kennt, sind die Inhalte von „Algebraische Strukturen“ wie Gruppen, Ringe und Körper. Der Fokus liegt hier auf der Einführung in die Methodik der Mathematik und auf dem Erwerb der Fähigkeit, mathematische Sachverhalte klar und exakt darzustellen und logisch korrekt zu argumentieren.

In der Vorlesung „Elementare Zahlentheorie“ untersucht ihr sogenannte diophantische Gleichungen, das heißt Gleichungen, bei denen nach Lösungen in ganzen Zahlen gesucht wird. Ziel ist es beispielsweise, ein Kriterium dafür zu entwickeln, wann sich eine natürliche Zahl als Summe von zwei Quadratzahlen darstellen lässt. Zur Lösung derartiger Probleme wird eine Reihe von Begriffen und Verfahren der klassischen Zahlentheorie eingeführt.

In welchen Berufsfeldern könnt ihr später mit Mathe arbeiten?

Mathematiker*innen sind längst nicht mehr die Theoretiker, die nichts mit dem täglichen Leben zu tun haben. Heute beschäftigen sich Mathematiker mit ganz praktischen Fragen: Wo habe ich guten Handyempfang? Wie kommt mein Paket schnell an? Wie finde ich in Onlinesuchmaschinen die passende Antwort auf meine Fragen? Hinter all diesen Prozessen stecken mathematische Modelle und Lösungen. Natürlich könnt ihr auch in die Lehre oder Forschung gehen, denn Mathe-Lehrer*innen sind Mangelware und die Wissenschaft kommt ohne Mathematik nicht aus. Euch steht sozusagen die Welt offen und ihr verdient auch noch gut dabei: Je nach Branche ist ein Jahresgehalt von 60.000 bis 80.000 Euro normal.

An welchen Fraunhofer-Instituten forschen Mathematiker*innen?

In fast allen! Ganz konkret pflegt die Universität Kaiserslautern enge Beziehungen zum Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM. Viele Studierende machen hier ihre Bachelor- oder Masterarbeit und promovieren zum Teil auch. Als FiMS-Teilnehmer*in könnt ihr kleine Praktika beim Fraunhofer ITWM absolvieren. Studienmanagerin Anna Lena Birkmeyer baut die Kontakte zum Institut auf und zeigt den Studierenden „wo es danach hingehen kann, welche Anwendungen solch ein Studium haben kann.“

Das Fraunhofer ITWM arbeitet mit dem Felix-Klein-Zentrum für Mathematik zusammen und organisiert regelmäßig Veranstaltungen, die Mathematiker „über den Tellerrand“ blicken lassen und interdisziplinär mit anderen Forschungsrichtungen zusammenarbeiten.

Auch beim Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Fürth oder dem Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI in Sankt Augustin werden viele Mathematiker gebraucht.

Was ist sonst noch wichtig?

Für das Fernstudium FiMS braucht ihr einen Computer mit Internetzugang und möglichst einen Drucker mit Scanner zum Ausdrucken der Skriptabschnitte und Hausübungen beziehungsweise zum Einscannen der eigenen Lösungen.

FiMS wird zweimal jährlich angeboten – zum Wintersemester mit Semesterbeginn am 1. Oktober und zum Sommersemester mit Semesterbeginn am 1. April. Die Vorlesungen starten jeweils zwei bis drei Wochen nach Semesterbeginn. Dann erhaltet ihr die ersten Skriptabschnitte und Übungsblätter. Die Kosten für das Fernstudium liegen bei gut 200 Euro (bei Gasthörern etwas höher).

Ansprechpartner:

Dr. Anna Lena Birkmeyer, 0631 205 2514

Prof. Dr. Andreas Gathmann, 0631 205 4827

fims@mathematik.uni-kl.de

Weitere Infos:

www.fims.mathematik.uni-kl.de

www.felix-klein-zentrum.de

Text: Gabriele Winter auf https://www.mytalent-portal.de

Bild: pixabay

Entlassen ins sich selbst überlassen

„Die Regularien für Kurzzeitpflege sind teilweise absurd,“ findet Brigitte S.

Von Gabriele Winter (BISS-Magazin Juni 2018)

„Da ist was gebrochen!“ Das ist Mariannes* erster Gedanke, als sie Anfang Januar mit ihren Krücken am Hauptbahnhof stürzt. Die gehbehinderte Frau ist 70 und lebt allein im Westen von München. In der Notaufnahme der Nussbaumklinik diagnostiziert man tatsächlich einen Armbruch – allerdings einen unkomplizierten. Deshalb wird sie mit einer Armschiene versehen und heimgeschickt. Der behandelnde Arzt antwortet auf ihre Aussage, sie sei zuhause ganz alleine und hätte niemand zur Versorgung, dies sei „die Notaufnahme und kein Sozialdienst“. Drei Wochen lang gelingt es ihr trotz regelmäßigen Anrufen bei Pflegediensten, Bezirkssozialarbeit, der behandelnden Ärztin und deren Sprechstundenhilfen nicht, professionelle pflegerische Hilfe zu erhalten. Der Pflegedienst bei ihr um die Ecke sagt, sie hätten keine Kapazitäten für eine Grundpflege in den kommenden Wochen. Marianne kann mit ihrer Verletzung nicht mehr selbst einkaufen, kochen oder sich waschen. Sie lebt von dem was Nachbarn ihr vorbeibringen und hat damit noch Glück – sie muss nur drei Wochen im gleichen Pullover rumsitzen. Denn viele Menschen werden nach einem immer kürzer werdenden Krankenhausaufenthalt entlassen und haben niemanden.

Seit Oktober 2017 sind Krankenhäuser verpflichtet, wenn nötig, für ihre Patienten eine Kurzzeit- oder Anschlusspflege zu organisieren – allerdings gilt das nicht für ambulant behandelte Patienten. Gleichzeitig müssen die Kliniken sicherstellen, dass die Patienten benötigte Medikamente mitbekommen und von Fachärzten weiterbehandelt werden. Bei der herrschenden Personalknappheit in den Krankenhäusern wird das allerdings oft „vergessen“. Gerade ältere Menschen wissen oft nicht, dass sie auf solche Dienstleistungen Anspruch hätten und selbst wenn die Krankenhäuser alles richtigmachen, findet sich nicht immer ein Kurzzeit-Pflegedienst.

Brigitte S. (67) zum Beispiel wurde im Schwabinger Krankenhaus zwar gefragt, ob sie allein lebe, aber Hoffnung auf professionelle Hilfe hat man ihr nicht gemacht: „Die Schwester sagte, es sei sowieso schwierig, Reha, Haushaltshilfe oder Pflege zu bekommen“, erinnert sich Brigitte. Den Sozialdienst des Schwabinger Krankenhauses bekam sie nicht zu Gesicht. Brigitte war im Dezember beim Joggen gestürzt und hatte sich die Schulter gebrochen. Nach der Operation hatte sie wochenlang immer wieder Schmerzen und konnte den Arm am Anfang kaum bewegen. Auch Brigitte war auf Hilfe beim Waschen und im Haushalt angewiesen. Allerdings ist sie sozial gut vernetzt und bat ihre Freundinnen um Unterstützung. Von ihrer Krankenkasse erfuhr sie dann, dass sie eine ihrer privaten Helferinnen mit 5,25 Euro pro Stunde entschädigen kann. Dafür brauchte sie aber erst eine Bestätigung des Arztes und musste ganz genau aufschlüsseln „wer, wann, wie lange da war“. Hinzu kam noch ein Eigenanteil von fünf Euro pro Tag. Am Schluss waren es 125 Euro, die die Krankenkasse übernahm. Streng genommen sind dabei allerdings pflegerische Leistungen – wozu auch das Waschen gehört – ausgenommen. Nur professionelle Pfleger dürfen solche Leistungen gegen Geld erbringen und bekämen dann auch einen höheren Stundensatz von der Krankenkasse. „Absurd“ findet Brigitte das. „Gerade beim Haarewaschen und Duschen brauchte ich am dringendsten Hilfe“, erzählt sie und fragt sich, wie Leute ohne ausreichende Deutschkenntnisse oder mit geistigen Einschränkungen diesen Wust an Formularen und Anträgen bewältigen.

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Lebenslauf

Geboren am 14.01.1969 in Schrobenhausen Grundschule und Gymnasium Schrobenhausen Verheiratet, 2 Kinder (10 und 14  Jahre)

Studium: – Übersetzen (Diplom; Russisch, Englisch) an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

  • – Aufbaustudiengang Journalistik an der Staatlichen Universität St. Petersburg (Russland)

 

Seit 02/2016: Freiberufliche Autorin für die Rundschau der WGMW

06/2015 – 01/2019: Freiberufliche Autorin für die Fraunhofer-Gesellschaft

Seit 05/2015: Übersetzung und Bearbeitung von Textbüchern für TV-Produktionen

Seit 10/2012:  Freiberufliche Online-Redakteurin des BISS-Magazins

Seit 05/2003: Freiberufliche Journalistin v.a. für TV und Print, Radio

01/2003 – 04/2003: Fortbildung zu Synchronsprecherin bei macromedia

10/2002 – 12/2002: Hospitanz bei Mona Lisa /ZDF

07/2001 – 09/2002:  Redakteurin bei Radio GoldStar

10/2000 – 01/2001: Nachrichtenredakteurin bei der BLR

07/1999 – 09/2000: Redakteurin bei Radio 106.4

11/1998 – 06/1999:  Freie Mitarbeit bei Radio IN

08/1998 – 06/1999: Kundenbetreuung bei DF1 (jetzt SKY)

07/1997 – 06/1998: Volontariat an der Deutschen Hörfunkakademie

11/1995 – 06/1997:  Russisch-Übersetzungen und Pressemitteilungen für verschiedene Firmen, v.a. fairtrade GmbH

 

Hüterin des Lichts – oder wie man Kratzer im Lack findet

Karriere bei Fraunhofer

Als Kind wollte Petra Gospodnetic unbedingt Astronautin werden – „und wenn das nicht geht, Wissenschaftlerin“. Letzteres klappte. Seit knapp drei Jahren ist die 27jährige nun am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM und untersucht die Qualität von Oberflächen mithilfe von Licht. Sie entwickelt Algorithmen zur automatischen Oberflächen-Inspektion unter Zuhilfenahme eines Roboterarms, der sich um den Gegenstand dreht. Dadurch lassen sich alle Oberflächen, von der Autokarosserie bis zum Ledermantel, auf Schäden prüfen.

https://www.komm-mach-mint.de/MINT-Life/MINT-Interviews/Informatik

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